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16. Januar 2026

IRAN: Augenzeugen berichten über brutalste Regime-Gewalt gegen Demonstranten

Erschreckende Grausamkeit: Zivilbevölkerung unter Beschuss - Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Bewaffnete Regime-Gardisten greifen Krankenhäuser an

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Das Teheraner Regime greift in einem beispiellosen Ausmaß zu Massakern, um die Volkserhebung für Freiheit und Demokratie niederzuschlagen. Trotz der Internetsperre gelangen immer mehr Videoaufnahmen und Berichte von Augenzeugen, die die Gewaltexzesse der Regime-Truppen miterlebt haben, ins Ausland. Sie berichten, dass bewaffnete Gardisten fliehende Menschen verfolgen und erschießen, obwohl von diesen eindeutig keine Gefahr ausgeht. Auch Krankenhäuser werden gestürmt, um verletzte Demonstranten zu töten oder in die Gefängnisse zu verschleppen.

Bericht einer Krankenschwester über die gewaltsame Erstürmung eines Krankenhauses durch Regime-Gardisten

Anfang Januar wurde das Imam-Khomeini-Krankenhaus in der westiranischen Stadt Ilam von Regime-Truppen gestürmt, nachdem viele verletzte Demonstranten dort eingeliefert worden waren. Angriffe auf medizinische Einrichtungen und die Inhaftierung von Menschen in medizinischer Behandlung sind schwere Verletzungen des Völkerrechts und verstoßen gegen grundlegende Menschenrechtsprinzipien.

Verschiedenen Medienberichten zufolge berichtete eine Krankenschwester (hier Shirin genannt), was sie im Krankenhaus von Ilam erlebte. Hier eine Zusammenfassung ihres Berichts:

Was Shirin (Name von der Redaktion geändert) im Imam-Khomeini-Krankenhaus der westiranischen Stadt Ilam erlebte, wird in ihrem Berufsleben unvergessen bleiben. "Mehr als vierzig Verletzte, die blutüberströmt waren, wurden auf einmal eingeliefert", erinnert sich die erfahrene Krankenschwester. "Die meisten hatten Schussverletzungen am Oberkörper, am Hals, an der Brust, an den Schultern. Zwei junge Männer starben auf dem Weg ins Krankenhaus."

Dass zuvor in ihrer Stadt regierungskritische Proteste stattfanden, darüber hat Shirin bereits in den sozialen Medien gelesen. Ein Video im Internet zeigte später das gesamte Ausmaß. Darauf ist zu sehen, wie die Sicherheitskräfte mit Gewehren gezielt auf die Demonstranten schossen.       

"Wir hatten geahnt, dass bald die Sicherheitskräfte folgen würden, um die Verletzten zu verhaften und ihre Personalien aufzunehmen", sagt Shirin. "Die Familien, die vorher gekommen waren, versammelten sich am Eingang, um die Polizisten daran zu hindern."

Diese wiederum hätten die Zivilisten eingekesselt. Selbst Menschen, die gekommen seien, um Blut zu spenden, seien nicht ins Krankenhaus gelassen worden. "Mehrere Spender wurden sogar festgenommen."

Nach 24 Stunden setzte die Revolutionsgarde Waffengewalt ein. "Sie schossen mit Schrotflinten und setzten Tränengas im Gebäude ein", sagt Augenzeugin Shirin. "Sie verwüsteten die Glastüren am Eingang und stürmten die Krankenstationen. Mit Schlagstöcken schlugen sie Patienten, Mitarbeiter und Familienangehörige. Kinder auf der Kinderstation litten unter schweren Atemproblemen wegen des Tränengases."

Ein weiterer Augenzeuge, der seine Identität nicht verraten will, bestätigt, dass die Revolutionsgarde elf Verletzte abgeführt habe. "Fünf weitere befinden sich weiterhin auf der Intensivstation - an ihre Betten gefesselt. Einige wurden vor Ort verhört, während diejenigen mit weniger schweren Verletzungen durch einen Hinterausgang fliehen konnten."

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Weitere Augenzeugenberichte über die Gewalt gegen Demonstranten im Iran, die von Amnesty International veröffentlicht wurden:

Aus der nordostiranischen Stadt Mashhad:
"In der Nacht vom 9. Januar wurden die Leichen von 150 jungen Demonstrierenden in ein Krankenhaus gebracht und dann zum Behesht-Reza-Friedhof in der Nähe von Maschhad transportiert. Eine junge, verletzte Frau starb im Krankenhaus, und die Sicherheitskräfte wollten verkünden, dass sie von Randalierenden getötet worden sei, was die Familie jedoch ablehnte. [Die Behörden] begruben die Menschen schnell auf dem Friedhof, noch bevor sie identifiziert worden waren …." 

Aus einer Notaufnahme in Maschhad:
"Ich arbeite in der Notaufnahme … Alle, die sie hereingebracht haben, hatten schreckliche Verletzungen durch direkte Schüsse erlitten. Einige hatten den Kopf und das Gesicht voller Schrotkugeln. Es war klar, dass sie [die Sicherheitskräfte] mit der Absicht zu töten geschossen haben. Diese herzlosen Menschen kennen keine Gnade." 

Aus der Stadt Fardis (Provinz Alborz):  
"Allein in der Nacht vom 8. Januar wurden 87 Leichen in das Soleimani-Krankenhaus gebracht ... Im Parsian-Krankenhaus gab es 423 Verletzte. Es war überfüllt und es gab viele Verletzte." 

Aus der nordwestiranischen Stadt Gilan-e Gharb:  
"Die Lage ist extrem ernst. Tun Sie etwas; sie [die Sicherheitskräfte] erschießen Menschen mit scharfer Munition ... Sie haben ein Blutbad unter der Bevölkerung angerichtet. Tun Sie …. alles, was Sie können. Alarmieren Sie Menschenrechtsorganisationen."

Mehr Informationen: Regime-Gardisten verüben Massaker an Demonstranten im Iran



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