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Neue Videoaufnahmen dokumentieren Massentötungen: Erschütternde Szenen aus einer Leichenhalle in Süden Teherans - Verzweifelte Menschen suchen nach ihren vermissten Angehörigen - Aktuelle Berichte sprechen von tausenden getöteten Demonstranten
Neue Berichte von Menschenrechtlern aus dem Iran belegen: In den letzten Tagen, als die Proteste gegen die Diktatur zunahmen, haben Gardisten des iranischen Regimes Massaker verübt, indem sie die Menschenmengen mit scharfer Munition unter Beschuss nahmen. Menschenrechtsgruppen berichten inzwischen von tausenden Todesopfern im ganzen Land. Die Berichte zeigen, dass das Teheraner Regime mit brutalster Gewalt gegen wehrlose Frauen und Männer vorgeht.
Ein Video vom letzten Samstag, das von der Nachrichtenagentur AFP verifiziert wurde, vermittelt einen Eindruck von den erschütternden Szenen, die sich zurzeit in vielen iranischen Städten abspielen.

Bildausschnitt aus dem Video: Verzweifelte Menschen suchen vor einer Leichenhalle nach ihren vermissten Angehörigen.
Das Video zeigt dutzende Tote vor einer Leichenhalle südlich von Teheran. Verzweifelte Menschen suchen dort nach ihren vermissten Angehörigen. Die Aufnahmen entstanden im rechtsmedizinischen Zentrum Kahrizak. Sie zeigen in schwarze Säcke gehüllte Leichname. Viele davon liegen auch außerhalb des Gebäudes auf der Straße. Bilder der Getöteten werden auf Monitoren gezeigt, damit Familien die Leichen ihrer Angehörigen identifizieren können. Zwei Augenzeugen, die nach Kahrizak gereist sind, um nach ihren Angehörigen zu suchen, sagten laut Medienberichten, dass sie dort mehr als 400 Leichen gesehen hätten.
Laut einem vom britischen Fernsehsender BBC verifizierten Bericht wurden am Freitagabend die Leichen von 70 Menschen in das Por-Sina-Krankenhaus in der nordiranischen Stadt Rascht gebracht. Die Leichenhalle des Krankenhauses war diesen Berichten zufolge überfüllt.
In Teheran berichteten Mitarbeiter des Gesundheitswesens, dass am Donnerstagabend immer wieder Leichen in die Krankenhäuser der Stadt gebracht worden seien. Die Toten seien mit scharfer Munition und Schrot erschossen worden. Die Zahl der Todesopfer habe die Kapazität der Leichenhallen der Krankenhäuser überstiegen, und die Leichen seien in anderen Räumen übereinander gestapelt worden.
Die vom iranischen Regime verübten Massentötungen sind schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die für diese Verbrechen verantwortlichen Regime-Funktionäre müssen international zur Rechenschaft gezogen werden. Staatsanwaltschaften auf der ganzen Welt müssen aktiv werden. Nach dem Prinzip der universellen Gerichtsbarkeit (Weltrechtsprinzip) müssen strafrechtliche Ermittlungen gegen die Verantwortlichen eingeleitet werden. Es müssen weltweit Haftbefehle gegen Personen erlassen werden, gegen die Beweise für eine strafrechtliche Verantwortung vorliegen.
Im Rahmen der Schutzverantwortung hat die internationale Gemeinschaft die Pflicht, demonstrierende Zivilisten vor Massentötungen durch das iranische Regime und seine Revolutionsgarde zu schützen.
Roberta Metsola: "Das Regime im Iran hält sich durch Folter, Unterdrückung und Mord an der Macht. Ein Regime, das die Kommunikation konsequent unterdrückt, signalisiert damit eine tiefe Angst vor der eigenen Bevölkerung."
Volker Türk fordert die sofortige Einstellung der Unterdrückung gegen friedliche Demonstranten und verlangt, dass die Verantwortlichen für die Niederschlagung der Proteste im Iran zur Rechenschaft gezogen werden müssen.
Die Krankenhäuser im Iran sind infolge der aktuellen Proteste mit toten und verletzten Demonstranten überfüllt. Viele der Toten waren zwischen 20 und 25 Jahren alt. UN-Generalsekretär António Guterres hat die Gewalt gegen Protestierende scharf verurteilt.