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Internationale Menschenrechtskampagne: Ehemalige Präsidentinnen, Regierungschefinnen, UN-Sonderberichterstatterinnen, Frauenrechtsexpertinnen, Nobelpreisträgerinnen und Parlamentsabgeordnete aus 14 Ländern fordern die sofortige Freilassung von Zahra Tabari.

Die 67-jährige politische Gefangene Zahra Tabari (Bild rechts) wurde im Oktober 2025 in der nordiranischen Stadt Rasht zum Tode verurteilt. Die Ingenieurin, die ihr Studium u.a. in Schweden absolviert hat, setzt sich für die Rechte der Frauen und Mädchen im Iran ein. Sie hat mehrfach im Internet gegen die Unterdrückung und Diskriminierung der Frauen durch das islamistische Regime protestiert.
Weil sie die iranischen Frauen mit einem Stoffbanner mit der Aufschrift „Frau, Widerstand, Freiheit“ zum Widerstand gegen die Diktatur aufrief, droht ihr die Hinrichtung. Zurzeit ist sie im Lakan-Gefängnis in Rasht in Haft, das als Hinrichtungsstätte berüchtigt ist.

Mehr als 400 prominente Frauen aus aller Welt haben mit einem offenen Brief gegen das Todesurteil protestiert und die sofortige Freilassung von Zahra Tabari gefordert. Zu den Unterzeichnerinnen des Briefes gehören ehemalige Präsidentinnen, Regierungschefinnen, UN-Sonderberichterstatterinnen, Frauenrechtsexpertinnen, Nobelpreisträgerinnen und Parlamentsabgeordnete aus 14 Ländern.

Der Fall Tabari sei bezeichnend für den „Terror“, dem die Frauen im Iran ausgesetzt seien, heißt es in dem Schreiben. Gemessen an der Bevölkerungszahl weise der Iran „weltweit die höchste Zahl an Hinrichtungen von Frauen“ auf.

In dem offenen Brief wird darauf hingewiesen, dass die iranischen Frauen weiterhin an der Spitze der Widerstandsbewegung gegen die Diktatur stehen. Weltweit sollten die Regierungen die Iranerinnen in ihrem Einsatz für Demokratie, Gleichberechtigung und Freiheit unterstützen.
Zahra Tabari wurde im April 2025 vom Regime-Geheimdienst aus ihrem Wohnhaus verschleppt. Nach monatelanger Isolationshaft und Folter folgte ein sog. „Gerichtsprozess“, der nur 10 Minuten dauerte und mit dem Todesurteil gegen die Frauenrechtlerin endete.
Im Dezember veröffentlichten acht unabhängige Menschenrechtsexperten der UNO eine gemeinsame Erklärung, in der sie das Teheraner Regime aufforderten, die Hinrichtung unverzüglich zu stoppen. Der Fall Tabari zeige „ein Muster schwerwiegender Verstöße gegen internationale Menschenrechtsgesetze in Bezug auf Garantien für faire Gerichtsverfahren sowie die unrechtmäßige Anwendung der Todesstrafe für weit gefasste und unklar definierte Verstöße gegen die nationale Sicherheit“, heißt es in der Erklärung.
mehr Informationen zu den Unterzeichnerinnen des offenen Briefes
Inmitten des Krieges verschärft das iranische Regime die Unterdrückung und greift zu öffentlichen Hinrichtungen, um die Bevölkerung einzuschüchtern und weitere Proteste gegen die Diktatur zu verhindern. Menschenrechtler rufen zum verstärkten Einsatz gegen die Hinrichtungen im Iran auf, um das Leben der zum Tode verurteilten Gefangenen zu retten.
Die neuen Sanktionen richten sich gegen Personen und Organisationen, die eine Schlüsselrolle bei der Unterdrückung der Freiheitsproteste im Januar 2026 gespielt haben, wobei tausende Menschen ums Leben kamen. Dazu gehören u.a. der stellvertretende Innenminister Irans und verschiedene Befehlshaber der Revolutionsgarde, die unmittelbar an der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste beteiligt waren.
Die christliche Minderheit im Iran ist seit dem Kriegsbeginn noch stärker von der Repression betroffen als bisher. Die Regime-Propaganda hetzt zunehmend gegen die Christen und diffamiert sie als "Kollaborateure des Westens".