Menschenrechtsverein


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Menschenrechtsverein für Migranten e.V.
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15. März 2026

Krieg und Unterdrückung im Iran: Christen mehr denn je Opfer von Verfolgung

Die christliche Minderheit im Iran ist seit dem Kriegsbeginn noch stärker von der Repression betroffen als bisher. Die Regime-Propaganda hetzt zunehmend gegen die Christen und diffamiert sie als "Kollaborateure des Westens".

Der Unterdrückungsapparat des Regimes geht insbesondere gegen ehemalige Muslime vor, die den christlichen Glauben angenommen haben. Die von der EU als Terrororganisation eingestufte Revolutionsgarde ist zunehmend an Verhaftungen, gezielten Maßnahmen gegen die Verbreitung von Bibeln sowie Misshandlungen in den Gefängnissen beteiligt. Allein das gemeinsame Beten von Christen in Hauskirchen wird als Akt zivilen Ungehorsams bestraft. Den festgenommenen Christen drohen langjährige Haftstrafen.

Unterdrückung während der Massenproteste im Januar 
An der Volkserhebung gegen die Diktatur im Iran haben sich im Januar 2026 Menschen aller Konfessionen und Glaubensrichtungen beteiligt, darunter auch viele Christen. Unter den Todesopfern der Massaker, die Regime-Truppen an den friedlichen Demonstranten verübt haben, sind auch Mitglieder christlicher Gemeinden. Von den Verhaftungen, die seit Januar andauern, sind immer wieder Christinnen und Christen betroffen.

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Zu den Todesopfern der blutigen Niederschlagung der Januar-Proteste gehört die 51-jährige Christin Zahra Arjomandi (Bild). Die Mutter zweier Kinder wurde am 8. Januar im südiranischen Ort Qeshm erschossen.

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Unter den Christen, die im Zusammenhang mit den Januar-Protesten verhaftet wurden, ist die Katholikin Ghazal Marzban (Bild), die am 14. Januar in Teheran festgenommen wurde. Sie war bereits 2024 zwei Monate lang im Evin-Gefängnis in Haft.

Repressalien gegen Häftlinge im Teheraner Evin-Gefängnis
Die Haftbedingungen im Evin-Gefängnis in Teheran, wo zahlreiche Christen und politische Gefangene inhaftiert sind, haben sich seit Kriegsbeginn weiter verschlechtert. Die Versorgung mit Lebensmitteln wird immer wieder unterbrochen und die Kommunikation der Häftlinge mit der Außenwelt wurde unterbunden. Gefangene werden an geheime Orte verlegt. Die Häftlinge sind außerdem in ständiger Gefahr, Opfer von Bombenangriffen zu werden.

2025: Zahl der Festnahmen von Christen verdoppelt 
Im Iran nimmt die Repression gegen Christen seit Jahren zu. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen wurden dort im vergangenen Jahr fast doppelt so viele Christen aufgrund ihrer religiösen Überzeugungen festgenommen wie im Jahr 2024. Mehrere Christen wurden zu Haftstrafen von 10 oder mehr Jahren verurteilt. Laut dem aktuellen Weltverfolgungsindex des überkonfessionellen christlichen Hilfswerks Open Doors gehört das Teheraner Regime zu den schlimmsten Christenverfolgern weltweit.

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Zu den Christen, die im Dezember 2025 in Teheran allein wegen ihres Glaubens zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt wurden, gehören (im Bild v.l.n.r.) Nasser Navard Gol-Tapeh und Joseph Shahbazian (jeweils 10 Jahre Haft), Lida Shahbazian (8 Jahre Haft) und Aida Najaflou (17 Jahre Haft). 

Appell an die Weltgemeinschaft zum Einsatz für verfolgte Christen
Menschenrechtler fordern umgehendes Handeln der Weltgemeinschaft für die bedingungslose Freilassung von Christen und Angehörigen anderer religiöser oder weltanschaulicher Minderheiten, die im Iran aufgrund ihrer Überzeugungen oder religiösen Aktivitäten inhaftiert wurden.

Außerdem muss das iranische Regime für die Nichteinhaltung seiner völkerrechtlichen Verpflichtungen, einschließlich der Förderung, des Schutzes und der Verwirklichung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit für alle seine Bürger, international strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Für iranische Christen, die internationalen Schutz suchen, müssen faire Asylverfahren gewährleistet werden.

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