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Die Krankenhäuser im Iran sind infolge der aktuellen Proteste mit toten und verletzten Demonstranten überfüllt. Viele der Toten waren zwischen 20 und 25 Jahren alt. UN-Generalsekretär António Guterres hat die Gewalt gegen Protestierende scharf verurteilt.

Immer mehr Menschen protestieren im Iran gegen die Diktatur.
Im Iran ist die Zahl der Toten bei den Protesten nach Angaben von Menschenrechtlern deutlich gestiegen. Menschenrechtsgruppen sprechen von über 500 getöteten Protestierenden. Mehr als 10.000 Menschen seien wegen ihrer Teilnahme an den Freiheitsprotesten festgenommen worden.
Medizinisches Personal im Iran berichtet von überfüllten Krankenhäusern
Medienberichten zufolge sind die Krankenhäuser im Iran infolge der aktuellen Proteste mit toten und verletzten Demonstranten überfüllt. Nach Aussagen medizinischer Mitarbeiter wurden Patienten mit Schusswunden sowohl von scharfer Munition als auch von Schrotkugeln behandelt. Sanitäter sprachen demnach von direkten Schüssen auf Köpfe und Herzen der Protestierenden.
Eine Krankenhausmitarbeiterin in Teheran beschrieb „sehr schreckliche Szenen“ und sagte, es habe so viele Verletzte gegeben, dass das Personal keine Zeit gehabt habe, um Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen. Es habe so viele Leichen gegeben, dass in der Leichenhalle nicht genug Platz gewesen sei und man sie zunächst übereinander und später im Gebetsraum übereinander habe stapeln müssen, sagte die Mitarbeiterin. Viele der Toten seien zwischen 20 und 25 Jahren alt gewesen.

Guterres „schockiert“ über Gewalt gegen Demonstranten
UN-Generalsekretär António Guterres hat die Gewalt gegen Demonstranten im Iran verurteilt. Guterres sei "schockiert angesichts der Berichte über die exzessive Gewaltanwendung durch die iranischen Behörden gegen Demonstranten", sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric.
Der UN-Generalsekretär rief das Teheraner Regime demnach auf, "größtmögliche Zurückhaltung zu üben". Das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Versammlungsfreiheit müssten "uneingeschränkt geachtet und geschützt werden". Guterres verlangte außerdem eine Aufhebung der Internetsperre im Iran.
Viele der mutigen Frauen, die bei der Volkserhebung im Januar gegen die Diktatur im Iran protestierten, haben ihren Einsatz für Freiheit mit ihrem Leben bezahlt. Die iranischen Frauen, die mehr denn je zur Zielscheibe brutalster Unterdrückung geworden sind, brauchen die Solidarität und Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.
Die Grausamkeit des Regimes im Iran macht auch vor Krankenhäusern, Ärzten und verletzten Patienten nicht Halt. Die Weltgesundheitsorganisation und der Weltärztebund protestieren: "Diese Praktiken stellen schwerwiegende Verstöße gegen die ethischen Grundprinzipien unseres Berufsstandes sowie gegen grundlegende Menschenrechte dar."
Neben der Einstufung der Revolutionsgarde als Terrororganisation, die eine entscheidende Maßnahme zur Schwächung des Unterdrückungsapparats des iranischen Regimes ist, hat die Europäische Union am 29. Januar weitere Strafmaßnahmen gegen Funktionäre und Institutionen beschossen, die daran beteiligt waren, die Freiheitsproteste im Iran niederzuschlagen.