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Der DJV setzt sich für die iranischen Journalistinnen Nilufar Hamedi und Elaheh Mohammadi ein, denen allein wegen ihrer journalistischen Arbeit schwere Strafen drohen.
In einer Pressemitteilung des DJV vom 26.07.2023 heißt es dazu u.a.:
Der Deutsche Journalisten-Verband fordert die iranische Justiz auf, die angeklagten Journalistinnen Nilufar Hamedi und Elaheh Mohammadi freizusprechen.
Die beiden Journalistinnen, die als erste im vergangenen Herbst über den Tod der Kurdin Jina Mahsa Amini berichtet hatten, stehen zurzeit vor geheim tagenden Revolutionsgerichten. Mit Urteilen wird in diesen Tagen gerechnet. Das iranische Regime wirft ihnen Spionage und Propaganda gegen den Staat vor. „Die beiden Berichterstatterinnen haben das getan, was ihr Beruf ist: Bericht erstatten“, sagt DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall. „Das hat weder etwas mit Spionage noch mit Propaganda zu tun.“ Die Menschen im Iran wie auch die Weltöffentlichkeit hätten über den Tod der mutigen Frau erfahren müssen, die sich nicht länger dem Kopftuchzwang beugen wollte. Die Verfolgung der beiden angeklagten Journalistinnen wie auch unzähliger Oppositionellen durch den Staat sei durch nichts zu rechtfertigen und müsse ein sofortiges Ende haben, so der DJV-Vorsitzende.

Die Journalistinnen Elaheh Mohammadi (rechts im Bild) und Nilufar Hamedi sind seit fast zehn Monaten in Gefangenschaft. Sie gehörten zu den Ersten, die über den Tod der Iranerin Mahsa Amini berichteten. Der Tod von Mahsa Amini nach Misshandlungen durch die Sittenpolizei hatte im September 2022 landesweite Proteste gegen die Diktatur ausgelöst.
Menschenrechtler bezeichnen die Massaker an Demonstrierenden im Iran als Völkermord und fordern die UN-Mitgliedsstaaten auf, unverzüglich Ermittlungen und Strafverfolgungen gegen die verantwortlichen Regime-Funktionäre einzuleiten, um weiteres Blutvergießen zu verhindern.
"Die Notaufnahmen sind voller Blut. Die Leichenhallen sind überfüllt. Das Regime hat jegliche Zurückhaltung aufgegeben. Ziel ist nicht mehr die Auflösung von Demonstrationen, sondern die Tötung von Protestierenden."
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