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Amnesty International weist darauf hin, dass im Iran niemand für die Tötung von Gefangenen zur Rechenschaft gezogen wird. Daher sollte die internationale Gemeinschaft die schweren Menschenrechtsverletzungen im Iran, die Völkerrechtsverbrechen darstellen, untersuchen und die Täter strafrechtlich verfolgen.
Einem Bericht von Amnesty International zufolge sind in den letzten 10 Jahren mindestens 72 Gefangene in iranischen Gefängnissen zu Tode gekommen, nachdem sie gefoltert, misshandelt oder von Gefängniswärtern mit Schusswaffen oder Tränengas angegriffen worden waren. Die meisten dieser Tötungen haben seit 2015 stattgefunden. Laut den Untersuchungen von Amnesty International waren es in der Mehrzahl junge Gefangene im Alter von 18 bis 30 Jahren, die zu Tode gefoltert wurden.
Diese Tötungen, so Amnesty, würden von den Behörden im Iran systematisch vertuscht. Familienangehörige der Opfer würden Repressalien ausgesetzt und eingeschüchtert, besonders wenn sie diese Fälle öffentlich bekanntmachen oder auf rechtlichem Wege Aufklärung und Rechenschaft einfordern wollten. Von den Opferfamilien beauftragte Rechtsanwälte seien bestraft und inhaftiert worden. Unabhängige Autopsien der Leichname würden nicht zugelassen.
Es sei zu befürchten, so der Amnesty-Bericht, dass die tatsächliche Anzahl der in der Haft zu Tode gekommenen Gefangenen, noch sehr viel höher sei, da im iranischen Justizsystem keine Transparenz herrsche und viele Menschenrechtsverletzungen aufgrund der systematischen Unterdrückung der Zivilgesellschaft gar nicht bekannt würden.
Ende August 2021 waren Aufnahmen von Überwachungskameras aus dem Teheraner Evin-Gefängnis an die Öffentlichkeit gelangt, die brutale Misshandlungen von Gefangenen zeigen. Dazu hatte Amnesty International erklärt: „Amnesty International hat 16 geleakte Videoclips analysiert, die von unabhängigen iranischen Medien stammen. Diese liefern schockierende Beweise für Schläge, sexuelle Belästigung und vorsätzliche Vernachlässigung und Misshandlung von Pflegebedürftigen und untermauern somit das, was Amnesty International seit Jahren dokumentiert. Außerdem bestärken die Videos die Sorge über chronische Überbelegung und Einzelhaft unter grausamen und unmenschlichen Haftbedingungen.“
Im Bericht vom 15. September weist Amnesty darauf hin, dass im Iran niemand für die Tötung von Gefangenen zur Rechenschaft gezogen werde. Fälle von Folterungen und Tötungen würden im Iran weder untersucht noch bestraft. Daher sollte die internationale Gemeinschaft die schweren Menschenrechtsverletzungen im Iran, die Völkerrechtsverbrechen darstellen, untersuchen und die Täter strafrechtlich verfolgen.
Amnesty weist auf den jüngsten dokumentierten Fall solcher Tötungen hin: Der 31-jährige politische Gefangene Yaser Mangouri (Bild) starb Anfang September 2021 in einem Gefängnis der nordwestiranischen Stadt Urmia unter ungeklärten Umständen.
Der Tod Yaser Mangouris, so die Amnesty-Expertin Heba Morayef, zeige, wie die im Iran herrschende Straflosigkeit die Sicherheitskräfte ermutige, das Recht der Gefangenen auf Leben zu verletzen, da sie keinerlei Konsequenzen oder Rechenschaft befürchten müssten. Allein die Tatsache, dass Folterungen mit Todesfolge im Iran keine strafrechtlichen Ermittlungen nach sich ziehen, stelle eine Verletzung des Rechts auf Leben dar.
Verfolgte Christen brauchen Schutz und Hilfe: Unter Missachtung seiner völkerrechtlichen Verpflichtungen verschärft das Regime im Iran die Unterdrückung der christlichen Minderheit. Wir setzen uns für die Freilassung aller Gefangenen ein, die allein deshalb in Haft sind, weil sie von ihrem Menschenrecht auf Religionsfreiheit Gebrauch gemacht haben.
Europäische Union: "Die EU lehnt die Anwendung der Todesstrafe unter allen Umständen entschieden ab. Wir sind besonders besorgt über den dramatischen Anstieg der Hinrichtungen. Berichten zufolge wurden 2024 mindestens 901 Menschen hingerichtet. Die Anwendung der Todesstrafe als Reaktion auf innenpolitische Opposition, auch gegen Personen, die ethnischen oder religiösen Minderheiten angehören, ist inakzeptabel."
UN-Menschenrechtsrat: Ein neuer Untersuchungsbericht dokumentiert, dass die vom Teheraner Regime begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit andauern, und fordert internationale Zusammenarbeit der Justizbehörden, um die verantwortlichen Regime-Funktionäre strafrechtlich zur Rechenschaft zu ziehen.