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Europas größter Ärzteverband: "Der Marburger Bund fordert die iranischen Behörden auf, jede Einschüchterung von medizinischem Personal sofort zu beenden, den Schutz medizinischer Einrichtungen zu gewährleisten und die sichere Versorgung von Verletzten zu ermöglichen. Die internationale Gemeinschaft ist aufgerufen, diese schweren Verstöße nicht hinzunehmen und den Schutz von Patientinnen und Patienten sowie des medizinischen Personals konsequent einzufordern."
Der Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V., der die größte Ärztevereinigung in Europa ist, hat die Gewalt gegen Protestierende im Iran aufs Schärfste verurteilt. In einer Pressemitteilung vom 20. Januar 2026 heißt es dazu u.a.:

Der Marburger Bund verurteilt die Gewalt gegen Protestierende durch iranische Sicherheitskräfte aufs Schärfste. Mit großer Sorge sieht Europas größter Ärzteverband zudem Hinweise auf gezielte Übergriffe in und an medizinischen Einrichtungen. Diese Angriffe treffen verletzte Menschen und diejenigen, die ihnen helfen.
Berichte deuten darauf hin, dass Sicherheitskräfte Ärztinnen und Ärzte unter Druck setzen, verletzte Demonstrierende nicht zu behandeln. Es wird von Drohungen gegen medizinisches Personal berichtet und vom Eindringen in Krankenhäuser, um Patientinnen und Patienten festzunehmen. Auch der Einsatz von Gewalt in und um medizinische Einrichtungen gefährdet Patienten, Mitarbeitende und die Versorgung insgesamt.
„Wenn Sicherheitskräfte Ärztinnen und Ärzte einschüchtern, Patienten aus Krankenhäusern holen und medizinische Hilfe verhindern, dann ist das ein Angriff auf die Menschlichkeit. Krankenhäuser dürfen niemals als Instrumente der Unterdrückung missbraucht werden; sie sind Schutzräume, an denen Menschen Hilfe erhalten, unabhängig davon, wer sie sind oder warum sie verletzt wurden. Ärztinnen und Ärzte und andere Berufsangehörige dürfen nicht kriminalisiert werden, nur weil sie ihre berufliche Pflicht erfüllen“, erklärte Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes.
Die Ärztegewerkschaft erinnert daran, dass Krankenhäuser und Beschäftigte im Gesundheitswesen durch das internationale humanitäre Völkerrecht geschützt sind. Medizinische Einrichtungen dürfen nicht zu Werkzeugen staatlicher Kontrolle gemacht werden. Medizinische Neutralität und die Unabhängigkeit ärztlicher Arbeit sind nicht verhandelbar.
Der Marburger Bund fordert die iranischen Behörden auf, jede Einschüchterung von medizinischem Personal sofort zu beenden, den Schutz medizinischer Einrichtungen zu gewährleisten und die sichere Versorgung von Verletzten zu ermöglichen. Die internationale Gemeinschaft ist aufgerufen, diese schweren Verstöße nicht hinzunehmen und den Schutz von Patientinnen und Patienten sowie des medizinischen Personals konsequent einzufordern.
Viele der mutigen Frauen, die bei der Volkserhebung im Januar gegen die Diktatur im Iran protestierten, haben ihren Einsatz für Freiheit mit ihrem Leben bezahlt. Die iranischen Frauen, die mehr denn je zur Zielscheibe brutalster Unterdrückung geworden sind, brauchen die Solidarität und Unterstützung der internationalen Gemeinschaft.
Die Grausamkeit des Regimes im Iran macht auch vor Krankenhäusern, Ärzten und verletzten Patienten nicht Halt. Die Weltgesundheitsorganisation und der Weltärztebund protestieren: "Diese Praktiken stellen schwerwiegende Verstöße gegen die ethischen Grundprinzipien unseres Berufsstandes sowie gegen grundlegende Menschenrechte dar."
Neben der Einstufung der Revolutionsgarde als Terrororganisation, die eine entscheidende Maßnahme zur Schwächung des Unterdrückungsapparats des iranischen Regimes ist, hat die Europäische Union am 29. Januar weitere Strafmaßnahmen gegen Funktionäre und Institutionen beschossen, die daran beteiligt waren, die Freiheitsproteste im Iran niederzuschlagen.